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Test: L.A. Noire
Wirklich der nächste große Wurf von Rockstar?
Das Wichtigste gleich vorweg: Rockstar's L.A. Noire ist kein Open-World-Actionspiel a la GTA oder Red Dead Redamption . Mit interaktiver Film – oder besser: Mit interaktiver Episodenfilm treffen wir den Nagel wohl eher auf dem Kopf. Wer das nicht von Anfang an beachtet, wird mit dem Titel nie und nimmer warm werden und kann den Text bereits hier verlassen.Für alle, die Korruption, Drogenhandel, Mord und Totschlag den Kampf ansagen wollen und hier weiter lesen, noch ein Hinweis: Um so wenig wie nur möglich vorab zu verraten, gehen wir oft bewusst nicht ins Detail und schildern Beispiele nur aus verschiedenen oder fiktiven Fällen. Der Partner mit eingebautem NaviBewaffnet mit dem Wissen aus dem Tutorial, das die ersten Fälle umfasst, können wir uns ernsthaft an die Verbrechensbekämpfung im L.A. der Nachkriegszeit machen. Unser Alter Ego Cole Phelps ist ein Ex-Marine und Silver Star-Träger, dessen Kriegsvergangenheit im Pazifikraum wir in zahlreichen Filmschnipseln noch einmal erleben dürfen. Ansonsten lernen wir Phelps leider nicht sehr viel näher kennen.Meist starten wir die zahlreichen, im Grunde in sich abgeschlossenen und linear aneinandergereihten Fälle (einmal gelöst, dann immer im Menü abrufbar) mit einem Filmchen, bei dem wir die Tat kurz beobachten. Filmisch toll in Szene gesetzt wird dabei aber so gut wie nichts verraten. Im Büro der jeweiligen Abteilung (Start als Streifenpolizist, später u.a. noch Verkehr, Sitte und Mord) gibt es den Auftrag vom Chef. Hier wird, wie im ganzen Titel, schon nicht an derber Sprache gespart: Leider nur englisch, eine deutsche Synchronisation fehlt, nur deutsche Untertitel, zum Teil zu soft übersetzt, werden eingeblendet. An unserer Seite unser jeweiliger Partner. Einmal der dienstbeflissener Kumpel, einmal ein alter Saufsack oder ein korrupter Schmierlappen. Dennoch ist der Partner eine gute Hilfe. So reicht ein Knopfdruck, wenn wir nicht weiter wissen und wir bekommen einen Tipp. Außerdem kann er den Wagen für uns fahren oder fungiert als lebendes Navi, indem er uns vor jeder Kreuzung die Richtung angibt, sodass wir nicht erst auf die Minimap schauen oder die einblendbare Karte studieren müssen. ZeitreiseAlso auf zum Tatort, wie es sich gehört natürlich standesgemäß mit einem der schick animierten Wagen dieser Epoche. Am besten gleich mit einem der Polizeiautos mit zuschaltbarer Sirene auf welche der KI-Verkehr - wenn auch etwas zögerlich - reagiert und Platz macht. Aber wir können auch jedes andere aus der knapp 100 Autos großen Palette nutzen. Entweder Wagen anhalten und konfiszieren, geparkte Autos nutzen oder versteckte Wagen finden.Die Autos sind leicht zu manövrieren und fahren sich sogar verschieden. Der Unterschied zwischen Sportflitzer und Lieferwagen ist deutlich spürbar und vom guten Motorensound auch hörbar. Wenn es mal kracht, gibt es auch ein ordentliches Schadensmodel bis hin zum Totalschaden. Auf der Fahrt zum Tatort bleibt Zeit, das in Open-World-Manier hervorragend in Szene gesetzte L.A. aus dem Jahr 1947 zu bewundern. Der Baustil im Großen aber auch jede Menge Details im Kleinen, wie entsprechend gekleidete Passanten, Ampelanlagen, Reklametafeln und vieles mehr zeugen von der Liebe zum Detail und sorgen für ein wunderbares Feeling. Tag- und Nachtwechsel, einsetzender Regen oder auch stilechte Musik der damaligen Zeit sorgen zusätzlich für Atmosphäre. Es fühlt sich wie eine Zeitreise an. Wer will, kann sogar in schwarz/weiß spielen. Nur hin und wieder auftretende Pop-Ups und Ruckler stören das grafische Gesamtbild. Letztere konnten wir durch Installation der drei DVDs merklich herunterfahren. Spurensuche für AnfängerAm Tatort angekommen wartet auch schon das Opfer: Eine nackte Frau, arg zugerichtet, mit einer Botschaft auf ihrem Körper beschmiert. Noch sehr jung, bestimmt einmal voller Lebenslust ... doch Sentimentalitäten können wir uns beim LAPD nicht erlauben. Nach dem obligatorischen Gespräch mit dem Gerichtsmediziner, der uns schon erste Hinweise gibt, untersuchen wir die Leiche. Kopf, Hände und Oberkörper – bei Opfern mit Kleidung auch noch der Tascheninhalt – dürfen untersucht werden.Dann folgt die Spurensuche in der Umgebung. Der Controller vibriert und ein Pianoton erklingt, beides Hinweise, das wir auf etwas gestoßen sind. Diese Hilfe ist abschaltbar, um den ohnehin äußerst geringen Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen. Kurzer Tastendruck und wir untersuchen auch schon das Corpus Delicti. |
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Interaktiver Film
von Take 2, Rockstar Games
USK-Freigabe ab 16 Jahren
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| PC | November 2011 | |
| PS3 | Mai 2011 | |
| 360 | Mai 2011 |
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