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Test: Alice: Madness Returns
Lohnt sich die Rückkehr ins Wunderland?
Elf Jahre sind vergangen, seit Alice zum letzten Mal ihren Weg in ein Computerspiel fand und so spielt die Fortsetzung zu America McGee's Alice auch exakt 11 Jahre später im London des Jahres 1874. Alice: Madness Returns basiert lose auf der bekannten "Alice im Wunderland"-Geschichte von Lewis Carrol, nur eben verrückter. Dabei schlägt das Spiel hinsichtlich Skurrilität sogar locker den letzten "Alice"-Kinofilm von Tim Burton. Bleibt zu klären, ob diese ganzen Absurditäten denn auch Spaß machen.Der Wahnsinn ist zu BesuchIn einem wirklich nett gemachtem Introvideo werden wir in die Geschichte von Alice Liddel eingeweiht, die vor 11 Jahren mit ansehen musste, wie ihre Familie lebendig verbrannte. Traumatisiert und geplagt von Schuldgefühlen versuchen Psychologen mit diversen Therapien dem Mädchen zu helfen, doch immer wieder wird sie von grausamen Visionen geplant und sie flüchtet in ihr eigenes Wunderland. Doch auch hier ist nichts mehr so, wie es einmal war, denn etwas Böses versucht die Fabelwesen in Dunkelheit zu hüllen. Es ist also mal wieder an Alice das Wunderland, deren Bewohner und ihren eigenen Verstand zu retten.Die Story von Alice: Madness Returns fesselt von Beginn an und schnell findet man sich in der üblichen Jump&Run-Steuerung zurecht. Jede einzelne Fähigkeit von Alice wird nach und nach vorgestellt, sodass man sich voll und ganz auf die Atmosphäre des Titels einlassen kann. Gleich vorweg, hierbei handelt es sich absolut nicht um ein Spiel, das für Kinder geeignet ist. Alptraumhafte Wesen verfolgen Alice, verlieren Gliedmaßen und Alice kann per Knopfdruck wahnsinnig werden. Dabei blutet sie aus den Augen, ist aber für kurze Zeit unverletzlich. Insgesamt handelt es sich hierbei um ein sehr, sehr düsteres Spiel, was quasi nur stellenweise durch die zynischen Kommentare aufgelockert wird, die die Hauptprotagonistin so vom Stapel lässt. Da uns im Wunderland zahlreiche, seltsame Wesen an das virtuelle Leben wollen, stehen uns auch Waffen zur Verfügung, die genauso merkwürdig, aber kreativ sind, wie die Gegner selbst. Im Kampf dienen uns ein Dolch, eine Pfeffermühle, ein Steckenpferd und eine Teekanone, die allesamt mit der Zeit aufgewertet werden können, was sich aber kaum auf das Spielverhalten auswirkt. Schade, wenigstens ein paar Statistiken über Reichweiten und Angriffsstärke wären hier schön gewesen. Upgrades erhält man im Tausch gegen Zähne, die man in der ganzen Spielwelt einsammeln kann. Genauso unterentwickelt zeigt sich das Kampfsystem, denn mehr als ein einfacher Angriff ist nicht drin. Keine Kombos, keine Spezialangriffe. Hier hätte es ruhig mehr sein dürfen, denn so stellt sich dann doch recht schnell eine gewisse Routine ein, die aber von Langeweile weit entfernt ist. Diese kommt in Alice: Madness Returns eigentlich nie auf, denn kleine Minigames, wie eine Partie Schach lockern das Geschehen immer mal wieder auf. Die Minigames müssen aber nicht zwingend absolviert werden und können bei Bedarf auch übersprungen werden. Ein Fest für die Augen?Das größte Manko von Alice: Madness Returns ist die Grafik. Basierend auf der Unreal 3-Engine wechseln sich matschige Texturen mit schwachen Animationen ab. Zwar kann die Detailverliebtheit der einzelnen Abschnitte hier vieles kompensieren, bei Heidi Klum braucht Alice sich so dennoch nicht zu bewerben. Anders sieht es bei der akustischen Untermalung aus, die wirklich sehr gut gelungen ist. Stimmungsvolle Musikstücke begleiten das Geschehen stets passend und selbst die deutsche Synchronisation ist durchaus ansprechend und glaubwürdig.Bei der Steuerung gibt es keinerlei Probleme, was aber auch daran liegt, dass es außer springen, angreifen und ausweichen kaum Aktionen gibt, sodass keine Mehrfachbelegung der Tasten notwendig ist. Eine nette Idee ist die Möglichkeit, dass Alice sich schrumpfen kann und so durch kleine Schlüssellöcher passt und so selbst unsichtbare Wege sichtbar werden. Dazu funktioniert auch die Kameraführung bis auf wenige Ausnahmen vorbildlich. Wir treffen zahlreiche bekannte Charaktere der Geschichte, u.a. die Grinsekatze und den verrückten Hutmacher und so werden Freunde der skurrilen Alice-Welt ihre wahre Freude mit dem Titel haben. Selbst die Menüs sind ideenreich umgesetzt, so können wir die Spieleinstellungen direkt in Alice' Gehirn vornehmen. |
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