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Test: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2
Der Junge mit der Blitznarbe kehrt ein letztes Mal zurück - hätte er sich den Auftritt sparen können?
Eine Ära geht zu Ende. Nachdem die Buchvorlage schon vor vier Jahren zum Abschluss kam, startet dieser Tage Teil 7.2 der Kinofassung. Praktisch eine ganze Generation ist mit den Harry Potter-Filmen aufgewachsen und auch für ältere Semester war die magische Welt der tapferen Zauberschüler immer wieder für eine Reise gut. Da kann schon ein wenig Nostalgie aufkommen. Die vorherige Videospielumsetzung machte allerdings kaum Hoffnung auf ein würdiges Ende der Reihe in diesem Format – hat die Fortsetzung in dieser Hinsicht noch die Kurve gekriegt?Nein!Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 macht dort weiter, wo der unrühmliche Vorgänger endete, storytechnisch wie (leider) auch beim Gameplay. Noch immer jagen die groß gewordenen Hexenkinder den geheimnisvollen Horkruxen hinterher, um „Du weißt schon wem“ endlich den Rest zu geben. Die zentralen Stationen der Handlung, von der Suche bis zur dramatischen letzten Schlacht um Hogwarts, werden abgehakt, allerdings wieder nur kurz angerissen. Wer die Buchvorlage nicht kennt, versteht teilweise nur Bahnhof. Am besten sollte natürlich auch zuerst der Film angeschaut werden.Wie schon zuletzt sind die durchaus sympathischen Erkundungstouren inklusive Rätseleinlagen aus früheren Episoden dem weitgehend hirnlosen Geballer eines zwar (vor allem dank Original-Musik) solide präsentierten, aber über weite Strecken lieblosen Third-Person-Shooters in Schlauchlevels gewichen. Verschiedene im Laufe der Zeit erlernte Zauber ersetzen da schlicht die Waffen herkömmlicher Schießereien. Per Petrificus Totalus kann man so etwa aus der Distanz „snipern“, während das Schnellfeuer des Expulso-Spruches eher in kürzerer Entfernung zum Ziel (fast nur Todesser in wenigen Variationen) den besten Effekt erzielt. Durch Schutzschilde, welche sich nur mit manchen Zaubern durchschlagen lassen, Besonderheiten von Zwischenbossen und vor allem die überall platzierten Mäuerchen bzw. Schrotthaufen, hinter denen man tunlichst in Deckung gehen sollte, kommt eine minimale Prise Taktik ins Spiel, die ist aber kaum der Rede wert. Duck dich, Blödmann!Neu dabei ist die Fähigkeit zu apparieren, der sonst in der Magierwelt für Fernreisen genutzte Vorgang lässt den Protagonisten hier aber nur ein Stück in die angepeilte Richtung (meist in Deckung) teleportieren. Was in der Hektik der unzähligen Feuergefechte nebenbei bemerkt mehr schlecht als recht funktioniert und auch erst relativ spät erlernt wird. Mit dem schützenden Mauerwerk ist es ohnehin so eine Sache. Manchmal weigern sich Harry & Co. schlicht, in die Hocke zu gehen, obwohl sie passend positioniert sind - natürlich möglichst im dicksten „Kugelhagel“.Das ist unnötig und gelegentlich frustrierend, zumal die Rücksetzpunkte nicht immer optimal verteilt sind. Insgesamt eignet sich die Umsetzung meiner Meinung nach am besten für Leute, die schon ein wenig geübt im Umgang mit Actiongames sind, auch wenn zumindest der leichtere der beiden anfangs wählbaren Schwierigkeitsgrade eigentlich für Neulinge gedacht sein soll. Mit dem ersten Durchspielen schaltet man die höchste Stufe frei und Kapitel können darüber hinaus auch einzeln wiederholt werden, aber mal ehrlich: Wer will das ganze Elend gleich nochmal in Angriff nehmen? Die ganze Prominenz ist versammeltEin Pluspunkt: Es gibt keinen der misslungenen Tarnumhang-Abschnitt mehr, stattdessen werden die Heldentaten des Hauptdarstellers durch Auftritte diverser spielbarer Zusatz-Charaktere ergänzt. Je nachdem, was das Spiel vorgibt, schlüpft man so beispielsweise in die Gestalt von Hermine, um ihren rotschöpfigen Angebeteten vor dessen krabbelnden Erzfeinden zu beschützen, legt sich als Professor McGonagall mit wild gewordenen Riesen an, oder überwältigt in der Rolle von Ginny mehrere anrückende Todesser-Gruppen. Es ist recht nett, das Finale der Reihe aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben, allzu abwechslungsreich gestaltet sich das Gameplay dadurch jedoch nicht, weil sich die Figuren schon dank einheitlicher Zauber nahezu gleich spielen. Ab und zu flüchtet man dann noch auf den Bildschirm zu vor diversen Gefahren oder absolviert simpelste Quicktime Events. Viele der spektakulärsten Begebenheiten sind lediglich Inhalt von Zwischensequenzen, ohne Interaktionsmöglichkeit.In kleinen Nischen der ansonsten linearen Levels verbergen sich Sammelgegenstände, durch die man Musikstücke, Charaktere und auch Herausforderungen erhält. Letztere umfassen einfach die Gebiete des Storymodes mit Ranglisten für schnelle Zauberer. Kinect-Challenges sind diesmal übrigens nicht mehr vorhanden. Das Sammeln erhöht die Spieldauer kaum, so dass man ohne Probleme an einem halbwegs verspielten Wochenende (oder einem einzigen intensiveren Zockertag) den Abspann erreicht. |
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