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Test: NHL 12

Wie toppt man ein fast perfektes Spiel?
 NHL 12
Manchmal sind es ja keine Gerüchte mehr, sondern die brutale Realität, wenn sich Gamer darüber mokieren, EA würde nur Updates ihrer Spiele ins Regal stellen. Im Fall von NHL 12 trifft das zu einem großen Teil dann auch wirklich zu, was einerseits nur logisch, andererseits schade ist, weil es irgendwann eben auch nicht mehr viel Spielraum nach oben gibt. Und irgendwann ist alles im Spiel, was dort sein soll – was aber machen die Entwickler dann?

Den Sport kann niemand neu erfinden

Welche Fragen stellen sich die Entwickler? Gibt es noch einen höheren Realitätsgrad als den bislang erreichten? Mit dem Vorgänger NHL 11Weitere Infos hat EA die Messlatte hoch genug gelegt und aus Mangel an Konkurrenz gibt es auch keinen Wettbewerber, der den Amerikanern Sand aufs Eis streuen könnte. Jetzt kommt NHL 12 mit minimalen Veränderungen daher und beweist am Ende eines: Der Sport wird nicht neu erfunden.
Und um gleich mal einzusteigen: Das aktuelle Kufengeschlidder ist prächtig, macht unglaublich viel Spaß und spielt sich sogar noch etwas flüssiger als im vergangenen Jahr. Pluspunkt, keine Frage. An den Animationen wurde noch ein wenig gefeilt, das Gameplay ist so dicht an der Realität, dass sich diese wohl bald nach dem Spiel richten muss, um mitzuhalten. Wer neu ist, kann in den Tutorials alles erlernen und ausprobieren. Auf dem Eis ist NHL 12 auf jeden Fall besser als sein Vorgänger, weil die Checks besser berechnet werden, weil ein guter Torhüter jetzt mal einen Fehler macht. Aber grafisch gibt es doch immer noch einige Macken, die sich neben den Clippingfehlern immer noch im Ruckeln in den Zwischensequenzen und in den Wiederholungen bemerkbar machen, was die Spielfreude immer mal wieder trübt. Auch das interaktive Jubeln nach Treffern ist ein wenig zu kurz geraten, die zwei, drei Sekunden, in denen man einen Button drückt und der Spieler dann irgendwie sein Tor feiert, hätte man sich in diesem Jahr auch schenken können, das ist nun nicht mehr als eine Alibi-Funktion.

Ja, was ist denn nun neu?

Von bahnbrechenden und einschneidenden Veränderungen in den Spielmodi kann in diesem Jahr niemand reden, es gibt in den Spielmodi lediglich ein paar schicke Erweiterungen. So steht eine Abwandlung des „Be a Pro“-Modus zur Verfügung, in dem wir das Leben einer Legende nachspielen können. Darunter sind wahre Szene-Größen, die aber zunächst erst einmal freigespielt werden müssen. Bis man Wayne Gretzky spielen darf, muss man schon etwas Zeit mit dem Controller verbringen. Ein netter Modus, der etwas Farbe ins Spiel bringt und für Fans sicher auch eine willkommene Abwechslung ist. Der Laie erkennt den Unterschied zum „Be a Pro“-Modus nur mit der Lupe und am Namen des Spielers.
Außerdem steht eine neue Spielform zur Verfügung, das sogenannte „Winter Classic“, das Match der beiden besten Teams unter freiem Himmel und ausverkauftem Haus. Eine Attraktion in der realen Eishockey-Saison, die nun auch den Weg in die Virtualität geschafft hat. Schön, wirklich, denn da sieht man munteres Schneetreiben vor der Kamera, aber letztlich spielt sich das alles so wie immer, um nicht zu sagen: Es spielt sich fast wie im Vorjahr. Das ist nun wirklich keine schlechte Referenz, aber es ist auch eine Form des Stillstands, dem EA in diesem Jahr kaum zu Leibe rücken kann.

Was Sie da hören, ist 2010

Der Stillstand des Spiels manifestiert sich auch in den Kommentaren, die bis auf ein paar kleine Ausnahmen allesamt aus dem vergangenen Jahr stammen. Für denjenigen, der zum ersten Mal zu NHL greift – und das sollten nur wenige sein – klingt das überraschend gut und auf den Punkt gebracht, da sitzen die Kommentare wie Schlagschüsse. Zwar nur in Englisch, aber wir befinden uns bei den meisten Modi eben auch in der NHL und wer könnte das besser begleiten als die Einheimischen? Dafür ist der Soundtrack mal wieder bombastisch und vielfältig geworden, irgendeinen Favoriten habe ich jedes Mal und finde zudem noch ein paar fast vergessene Songs wieder, was zu einem angenehmen Gefühl in den Menüs beiträgt. Dort hat sich sowohl in der Struktur als auch in der Bedienung ebenfalls nichts geändert, geblieben sind auch die lästigen Pausen beim Speichern und teilweise langen Ladezeiten vor den Spielen.
Was die Modi anbelangt, was den Umfang anbelangt, kann man sich getrost den Test vom vergangenen Jahr durchlesen, dort steht alles, was man wissen muss.
Screen 1
Das Gameplay wurde noch einmal überarbeitet.
Screen 2
Aber in den Zwischensequenzen ruckelt es noch immer.
Screen 3
Dafür steht jetzt das Winter Classic an der frischen Luft zur Verfügung.
Screen 4
Es gibt neue Berechnungen bei den Checks, die sich auch bei den Bullys bemerkbar machen.
Screen 5
Grafisch passt das leider nicht immer, auch wenn einiges verbessert wurde.
Screen 6
Spielerisch ist NHL 12 über jeden Zweifel erhaben.

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Packshot
Wintersport
von EA Sports
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PS3September 2011
360September 2011

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