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Test: X-Men: Destiny
Warum euer Schicksal diesen Titel lieber meiden sollte...
Die X-Men oder generell die Marvel-Spiele zeichnen sich in letzter Zeit nicht unbedingt durch Tiefgang und Originalität aus. Meist ist das Spielprinzip auf schnell langweilig werdendes Button Mashing begrenzt, eine abwechslungsreiche Geschichte sucht man auch vergeblich. X-Men Destiny möchte gerne mit den Vorurteilen aufräumen und versucht sich zumindest stellenweise mit neuen Ansätzen. Ging der Versuch dennoch in die Hose?Neue Helden braucht das LandMan könnte meinen, Marvel gingen die Ideen aus, um ihre Superhelden vernünftig in ein Spiel zu packen. Denn anstatt wie in jedem anderen Titel des Universums in die Haut eines der zahlreichen Superhelden zu schlüpfen, gingen die Entwickler einen anderen Weg und geben uns Spielern die Wahl zwischen drei scheinbar Normalo-Teenagern, die durch mysteriöse Umstände eigene Superkräfte erlangen und zudem die von den gestandenen Vorbildern absorbieren können. Der unkonventionelle Ansatz ist zu begrüßen, in der Hoffnung, seinen eigenen neuen Superhelden zu kreieren und langsam stärker zu machen.Doch leider wurde die gute Idee nur schwach umgesetzt. Es spielt fast keine Rolle, für welchen Charakter wir uns entscheiden, denn die eigenen Fähigkeiten sind nur früh im Spiel wirksam. Später kloppen wir uns eh nur noch mit den wesentlich effektiveren Kräften der bekannten X-Men wie Wolverine oder Cyclops durch die Gegner. Die anfängliche Wahl ist also leider nur kosmetischer Natur. Immerhin spendierten die Entwickler den Teenies noch eine Art Leveling-System, mit dem wir nach und nach neue Fähigkeiten freischalten können. Die Story läuft übrigens unter ferner Liefen: Ein ominöser Bösewicht stört ausgerechnet eine Friedensdemo in New York und wir müssen herausfinden, wer hinter dem Angriff steckt. Natürlich treffen wir dabei Marvel-gerecht hier und da auf bekannte Charaktere des Universums, die allerdings bis auf Einzeiler und gelegentliche Hilfe im Kampf, blass bleiben. Wer das Abenteuer durchzieht, sieht bereits nach gut sieben Stunden die Credits, viel Wiederspielwert ist nicht vorhanden, da wir mit jedem Helden die gleiche Geschichte durchspielen und unsere Entscheidungen zwischendurch den Plot in keinster Weise beeinflussen. Unsere Freunde schauen derweil ähnlich entgeistert drein wie wir: Es gibt noch nicht mal einen Koop- geschweige denn einen anderen Multiplayermodus. Die armen X-MenWer angesichts der lahmen Geschichte wenigstens ein ähnliches Brawl-Feuerwerk erwartet wie beim Solo-Titel zu Wolverine, wird enttäuscht. Das Gameplay und Kampfsystem kommt nicht über 0815-Standard hinaus, wir prügeln uns von einer zur anderen abwechslungsarmen Gegnerhorde. Das zwar immerhin halbwegs spektakulär, X-Men Destiny verhaut aber wie so viele seiner Vorgänger das Balancing der Angriffe, sodass immer ein oder zwei effektive Standard-Fähigkeiten ausreichen, um sich selbst gegen Bossgegner zu behaupten. Der Fauxpas geht sogar so weit, dass wir so manch neu gelernte Fähigkeit einmal ausprobieren und danach nie wieder benötigen.Als wäre das langweilige Kämpfen nicht schon entmutigend genug, setzt uns das Spiel hier und da aber auch noch einigen halbgaren Jump&Run Einlagen aus. In Tomb Raider -Manier hangeln wir uns dabei von Rohr zu Wand um danach erneut auf die immer gleichen, einfallslosen Gegner zu treffen. Ähnlich wenig Abwechslung gibt's bei den Arealen. Wir bewegen uns fast ausschließlich auf den Dächern von Hochhäusern oder in Pseudo-IndustrieanlagenSchicksalsschlagEin ähnliches düsteres Bild macht X-Men Destiny auch in technischer Hinsicht. Wäre die Auflösung nicht in HD, könnte man es glatt für einen LastGen-Titel halten. Die Texturen sind blass und verpixelt, die Charaktere polygonarm, Details gibt es kaum und die Kollisionsabfrage ist fragwürdig, geradezu komisch. Von Lippensynchronität halten die Entwickler auch nicht viel. Die Musik läuft unter der Kategorie Technogedudel und die Schlaggeräusche sind unauthentisch. Obendrein gab man sich nicht mal die Mühe den Titel irgendwie für den deutschen Markt zu lokalisieren, sprich Texte und Stimmen blieben in Englisch. |
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