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Test: NBA 2K12
Grafisch okay, spielerisch kaum zu toppen
Während in anderen Sportarten EA meistens konkurrenzlos den Ton angibt, gibt es noch eine kleine Nische, wo sich wie damals das kleine gallische Dorf einer fast übermächtigen Übermacht von übermächtigen Römern widersetzte. Ob für die Produktion von NBA 2K12 ein Zaubertrank gereicht wurde, ist nicht überliefert. Fest steht aber, dass die Jungs mit ihrer Basketball-Simulation die Messlatte mal wieder etwas höher gelegt haben. Und nachdem ein Deutscher in der NBA jetzt auch mal ganz oben stand und den Titel geholt hat, sollten auch die kleinwüchsigen Germanen mal ein wenig mehr Lust auf den Sport bekommen haben. Nostalgie und Atmosphäre purUnd dann ist da plötzlich alles in Schwarz-Weiß und ich denke: »Verdammte Axt, jetzt ist auch noch mein Fernseher kaputt.« Aber, nö, alles in Ordnung, beim neuen NBA wird nur so massiv an der Retro-Schraube gedreht, dass die Farbton-Sättigung gegen Null geht. Wenn der legendäre Bill Russell, der immerhin elf NBA-Titel gewann, das Parkett betritt, dann bekommen eingefleischte Fans wie ich eine Gänsehaut. Aber ich greife vor.So richtig viel hat sich nicht geändert beim neuen NBA, es ist alles nur noch besser geworden. Basketball in Reinkultur und mit dem großen Plus, noch mehr Modi im Gepäck zu haben und die Inszenierung der Spiele auf einen Level zu heben, der dem Menschen am Controller viel Raum für Genuss lässt. Der bereits erwähnte Legenden-Modus, in dem große Spieler wie John Stockton, Bill Russell oder auch der unglaubliche Wilt Chamberlain oder Larry Bird oder Magic Johnson – ach, diese Reihe ließe sich noch weiter fortsetzen. Im Legenden-Modus lebt die Geschichte des Basketball wieder auf und wird großartig mit allen Details präsentiert. Schließlich gab es zu Russells Zeiten noch keine drei Punkte, da spielt sich das meiste Geschehen dann eben unter dem Korb ab. Und der gute Bill kann seine Defensiv-Stärke zeigen. Die Sache mit der „Defense! Defense!“Das Abwehrverhalten wird in diesem Jahr bei Sportspielen mehr in den Fokus gerückt. Bei FIFA 12 ist das so, bei NBA 2K12 auch. Das sorgt zum einen dafür, dass der Gegner nun deutlich weniger Moves zum Korb zulässt und auch gern mal Bälle abfängt, wenn man zu sorglos zu einem Mitspieler passt. Das sorgt zum anderen im ersten Moment aber auch schnell für Frust, beinhaltet aber auch, dass man das Pass-Spiel präziser aufziehen muss und in der eigenen Defensiv-Arbeit mehr Möglichkeiten hat. Wenn dann das Publikum „Defense! Defense!“ schreit, hat man nun auch den Glauben, etwas bewirken zu können, zumal die KI eben auch deutlich verbessert wurde. Dass das aber auch alles richtig von der Hand geht, das ist dann wieder so eine Sache, die etwas komplizierter ist. Denn die Steuerung ist vollgestopft mit vielen kleinen, netten Details, die dem Zocker alles ermöglich, was man im Basketball so braucht. Schöne Sache, doch bis das in Fleisch und Blut übergegangen ist, vergehen Tage. Aber das ist auch gut so, denn NBA 2k12 fesselt den Spieler langfristig, der Motivationsfaktor ist ungewöhnlich hoch. Nur nicht im Online-Modus, da hakt und „lagt“ es an allen Ecken und Enden. Dazu kommt, dass die Retro-Teams nicht online antreten dürfen. Ich hoffe sehr, dass es dafür noch einen Patch gibt. Warte, ein Spiel noch, dann gehe ich ins BettDas große Plus des neuen NBA-Ablegers ist die bereits erwähnte Atmosphäre, die sich vor allem in den langfristigen Modi wie „The Association“ oder der Solo-Karriere zeigt. Gerade beim letztgenannten Modus, wo wir unserem Spieler zu einer großen NBA-Karriere verhelfen müssen, stimmt einfach alles. Angefangen mit den Saisonzielen, die es zu erfüllen gilt, stehen in den Partien selbst dann dynamische Ziele auf dem Programm, die je nach Spielstand oder Spielverlauf auftauchen. Dazu muss man nicht alle Partien absolvieren, sondern kann zu den Schlüsselspielen springen, und da sein Können beweisen. Über die „Drills“ lassen sich gezielt die Fähigkeiten der virtuellen Spieler verbessern und die Beherrschung der Steuerung perfektionieren.Einziger, massiver Minuspunkt des Titels ist für mich die Grafik: Auch wenn die Animationen auf den ersten Blick gut aussehen, rutschen die Spieler doch teilweise sehr seltsam über das Parkett, ein gewisser Herr Nowitzki wurde zwar optisch überarbeitet, guckt aber immer so, als hätte ihm irgendjemand auf den Fuß getreten. Überhaupt sehen die Spielermodelle gerade in den Zwischensequenzen kantig und schwammig aus, gleiches gilt für Zuschauer und Trainer oder Cheerleader. Dafür sitzt der Soundtrack wieder wie eine Eins: Angefangen und beherrscht vom traditionellen Hip Hop, der einfach dazugehört, bis hin zum krachenden Rock-Song ist alles mit dabei. Und dann sind da noch zwei, nein drei Kommentatoren, die auch die richtigen Worte finden. Da bleiben kaum noch Wünsche offen, da ist alles richtig und da ist dann immer die Lust, noch eine Partie zu spielen, ehe die Konsole ausgeschaltet wird. Eine. Nur noch eine. |
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