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Test: GoldenEye 007 Reloaded
Mit der Lizenz zum Durchschnitt
Die Ein-Mann-Armee im Auftrag des britischen Geheimdienstes, die fleischgewordene Mischung aus Conan der Barbar und Giacomo Casanova, der Kenner sämtlicher Whiskysorten und überhaupt: ein Superman. Jetzt neu mit dem Gesicht von Daniel Craig. Kein Mensch weiß, wie das ausgesprochen wird, also nennen wir ihn Bond. James Bond. Fachleute wissen längst, dass es wohl um den Testbericht von GoldenEye: Reloaded geht, der jetzt auch langsam überfällig ist. Aber ich wurde aufgehalten. In geheimer Mission. Die Russen sind mal wieder die Bösen, das kennen wir schon aus den Geschichten mit dem Doppel-Null-Agenten. Zieht also den Anzug an, wir müssen los, die Welt retten.Ja, es gab da mal was vor langer ZeitDass mal Pierce Brosnan als James Bond im Kinofilm „GoldenEye“ vor der Kamera stand, muss heute ja niemanden mehr interessieren. Letztlich ist es auch egal, denn wir können uns ja selbst ein Bild machen und entscheiden, ob 007 auf der Xbox wirklich eine Lizenz zum Töten hat. Dabei ist die Hintergrundgeschichte und auch das Ambiente in bester Bond-Manier inszeniert worden: Es gibt eine deutliche Schwarz-Weiß-Malerei, schicke Frauen – allerdings auch für den Agenten untypische viele Schusswechsel. Denn so richtige Ballereien kommen bei dem Briten in seinen Filmen eher selten vor, im Spiel sind sie aber an der Tagesordnung. Aber, bitte, ich will nicht pingeliger sein als „M“ oder „Q“ oder wer auch immer. Bei einem klaren Feindbild wissen wir immerhin, wohin wir schießen müssen und so zieht sich die Handlung auch klar definiert wie bei einem Bond-Film durch die recht umfangreiche Kampagne. Etwas getrübt wird der Spielspaß durch urplötzlich auftretende Quicktime-Events, auf die man für meinen Geschmack auch gern verzichten könnte. Aber gut, sie sind dabei und sorgen für ein wenig Abwechslung, was angesichts der etwas simpel ausgefallenen Ballerei auch ganz angenehm ist.Eins, zwei und dann sind sie alle totWas das Gameplay anbelangt, kann man von einem Shooter nicht allzu viel erwarten. Allerdings gibt es sehr oft die Wahl zwischen heftiger Baller-Action und Schleicheinlagen und so bekommt man einige Achievements auf der Xbox auch nur dann, wenn man einen Abschnitt unbemerkt oder ohne einen Alarm auszulösen beendet hat. Dass diese Schleichereien aber äußerst halbgar daher kommen, liegt an der Steuerung, die dafür gar nicht vorgesehen zu sein scheint. Es gibt kein Deckungssystem, sondern nur ein geducktes Laufen und hin und wieder wirkt es so, als könnten die Gegner hellsehen. Das dreht natürlich an der Frustschraube, wenn man sich versucht, unauffällig fortzubewegen. Dass auch hin und wieder mal ein Luftschacht als Abkürzung oder Geheimweg dient, ist ganz nett, wird aber auch nur sporadisch eingesetzt. So richtig Freiraum hat der gute James nicht, irgendwie wird sich der Spieler schnell gegängelt fühlen – zwar auf eine Weise, die Spaß macht, aber trotzdem eben immer wieder die Grenzen der Spielewelt aufzeigt.Aber wenn es mit dem Schleichen nichts wird, dann hat man ja auch noch seine Waffe und mit ein paar Schüssen kann man die Reihen der Gegner schnell etwas lichten. Doch die füllen sich rasch wieder auf, da wird fleißig gespawnt, aber mit ein wenig Geduld überlebt Daniel, Entschuldigung, James auch diese Situationen. Die Verwechslung kommt auch nur deswegen zustande, weil die Original-Synchronstimme von Daniel Craig für eine direkte Identifikation sorgt – gleiches gilt dann auch für Julie Dench als „M“ - das ist atmosphärisch schon ganz fein gelöst. Zudem ist es auch noch möglich, sich das Ganze im Original-Ton anzuhören, was gerade für die Puristen und die Bond-Fans ein gefundenes Fressen sein dürfte. Das müssen sie sich mal genauer angucken, BondMoment. Oder auch nicht. Vielleicht ist es besser, die Augen hier und da mal zuzumachen, denn optisch sind die Entwickler näher an der Doppel-Null als an der Sieben. Kantige Gesichter, Texturen aus Brei und staksige Animationen machen dem britischen Agenten keine Ehre – hier merkt man, dass der Shooter ursprünglich von der Wii kommt. Dazu kommt, dass es beim Online-Multiplayer mitunter lästig ruckelt. Das passt alles nicht so recht zusammen, macht dann gerade online auch keinen Spaß. Dafür sind die Mi6-Operationen eine ganz nette Abwechslung, wenn wir bestimmte Ziele in einer bestimmten Zeit erledigen müssen und uns den Schwierigkeitsgrad ganz individuell selbst einstellen können. Was in der Kampagne selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad manchmal noch zu einfach erscheint, wird so zur fast unlösbaren Aufgabe, wenn wir die eigene Gesundheit nach unten schrauben und die der Gegner nach oben setzen. Zwar ist das Geschehen in diesen Missionen nicht allzu abwechslungsreich, aber es kann durchaus unterhalten. Und schließlich kann man die gesammelten Punkte auch noch in den Online-Ranglisten vergleichen, was eminent wichtig ist für angehende Agenten. |
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