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Test: Choplifter HD

Früher war alles besser - Choplifter auch?
 Choplifter HD
Mann, was waren das damals noch Zeiten, als mich simple, monochrome Pixel und Polygone stundenlang an einen Bildschirm fesselten, weil in meiner Fantasie alles bunt und wahnsinnig war. Ja, ich gebe zu, das ist verdammt lange her und es gibt nur noch wenige, die sich daran erinnern können, die meisten Menschen aus der Zeit sind wohl längst tot und Teil einer virtuellen Festplatte. Als 1982 Choplifter auf den Markt kam, hatte ich einen VC20 und war Feuer und Flamme – trotz der spartanischen Pixelgrafik, weil das Spielprinzip damals einfach motivierte. Der Titel ist auch eines der wenigen Spiele gewesen, das den Weg vom Heimcomputer in die Spielhalle schaffte. Jetzt ist der Klassiker zurück: in HD-Auflösung und für PC und die Konsolen. Alles neu und super oder riecht das 30 Jahre alte Spiel mittlerweile etwas muffig?

Rotoren an und Leben retten

Das Gute an Choplifter ist, dass wir im Kern Leben retten müssen: Überlebende, Flüchtlinge und auch immer wieder ein Fernsehteam sollen wir mit unserem Helikopter aus der seitlich scrollenden Gefahrenzone schaffen. Dabei sind einige Missionen trotz übel gesinnter Gegnerwellen auch ohne einen Schuss zu bewältigen, fast könnte man es also als friedliches Spiel bezeichnen. Aber auch nur fast, denn mit zunehmender Spieldauer werden die Gegner hartnäckiger und auch aggressiver, da kommen wir um den Einsatz von Minigun und Raketen nicht mehr herum. Passend zum Trend der heutigen Zeit haben sich auch ein paar Zombies als Feinde in das Spiel geschmuggelt – die kamen in der Originalversion sicher nicht vor, zumal das Grün der Haut damals auch gar nicht auszumachen gewesen wäre.
Mit dem zunächst zur Verfügung gestellten „Hubschrabbschrabb“ können wir die ersten Missionen noch erledigen, geraten aber schnell in Not, weil die Kapazität für Flüchtlinge in der fliegenden Butze begrenzt ist und auch die Bewaffnung viele Wünsche offen lässt. Doch nach jeder erfüllten Mission bekommen wir eine Wertung, die maximal fünf Sterne betragen kann und die werden gleich in neue Helikopter investiert. Daran führt auch kein Weg vorbei, denn andere Investitionsmöglichkeiten gibt es nicht. Bis wir es aber zum besten aller besten Flugobjekte schaffen, stehen 30 Missionen in vier Kampagnen auf dem Programm, bei denen wir kräftig Sterne sammeln müssen. Während die ersten Missionen leicht von der Hand gehen, steigt der Schwierigkeitsgrad schnell an. Zudem kann jede Mission in „Leicht“, „Schwer“ oder „Überleben“ gezockt werden, was im letztgenannten Fall für eine echte Herausforderung sorgt.

Vorwärts, rückwärts und auch noch seitlich

Die Steuerung ist leicht zu erlernen, aber nicht so einfach umzusetzen. Mit dem linken Ministick bewegen wir den Hubschrauber, mit dem rechten benutzen wir einen Laserzielsensor, um die Kanone und die Raketen punktgenau abzufeuern. Ausrichten können wir den Choplifter nach links, nach rechts und auch noch nach vorn, was Angriffe von drei Seiten zulässt. Hier wird es dann mitunter haarig, weil die Zielgenauigkeit aufgrund fehlender Orientierung gern mal verloren geht.
Mit viel Feingefühl gilt es dagegen, sein Gefährt zu landen – nicht nur, weil es ein begrenztes Maß an Schaden gibt, den die Kiste aushält, sondern auch deswegen, weil die Geretteten bei zu viel Schüttelei aus dem Heli fliegen. Immerhin lassen sich auf diese Weise auch die lästigen Zombies loswerden, falls die sich mal an die Kufen geworfen haben. Zwischendurch muss auch immer mal wieder getankt oder der Raketenvorrat aufgefüllt werden, damit wir auch wettbewerbsfähig bleiben. Wer keinen Sprit mehr hat, stürzt ab – und wer zu viele Treffer einsteckt, der geht auch zu Boden.
Grafisch wirkt alles durchschnittlich, wobei die Unreal Engine dafür sorgt, dass die Gefallenen am Boden in miniaturisierten Ragdoll-Effekten gern länger rumzuckeln, als ihnen ihr Leben lieb war. Die Animationen vom Hubschrauber sind ganz gut gelungen, wenn auch oft genug die Kollisionsabfrage eher zweifelhaft ist. Und es gibt noch eine Sprachausgabe mit ein paar Sprüchen, die jedoch nicht unbedingt begeistern können, aber ein wenig Atmosphäre mitbringen. Immerhin. Denn trotz der aufpolierten Optik ist vieles vom Original verloren gegangen – vielleicht, weil die Fantasie immer eine bessere Grafikkarte ist, als jeder Rechner in sich trägt.
Screen 1
Wir fliegen von links nach rechts ...
Screen 2
... oder auch von rechts nach links ...
Screen 3
... oder auch mit der Nase nach vorn.
Screen 4
In jedem Fall lassen wir es auch noch heftig krachen.

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Choplifter HD

Packshot
Action
von Konami, InXile
USK-Freigabe ab 16 Jahren
PCJanuar 2012
PS3Januar 2012
360Januar 2012 (XBL)

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