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Test: Test Drive Ferrari Racing Legends
Flitzer aus Maranello mit einigen Schönheitsfehlern
Ein wegen Ideenlosigkeit kurz vor der Entlassung stehender Shift 2 -Entwickler kommt an einer Billigtanke zufällig mit dem outgesourcten und damit um seine Firmenrente betrogenen Hausmeister der Nobelmarke Ferrari und einem seinerzeit mit dem Namen Atari untergegangenen Anwalt ins Gespräch: "He Jungs! Ich hab da auf drei Disketten noch eine Engine als Grundgerüst für ein Rennspiel." Der Hausmeister: "Und ich hab in Montezemolos Papierkorb ne Ferrari-Rennspiel-Lizenz gefunden". „Das passt!“, meint der Anwalt: „Namco Bandai hat mir bei der Entlassung die Test-Drive-Namensrechte als Abfindung vermacht.“ So oder so ähnlich muss es sich wohl abgespielt haben, als die Idee zu Test Drive Ferrari Racing Legends geboren wurde. Zugegeben, alles geflunkert! Aber was man mit der Verkaufsversion abgeliefert hat, lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu. Hier die Fakten.Ferrari purAngesichts einer Fahrzeugliste mit über 50 Modellen der Ferrari-Firmengeschichte vom legendären 125 Sport aus dem Jahr 1947, über den 1957er 250 Testa Rossa Sport bis hin zum 2011er F1-Boliden geht wohl jedem Ferraristi das Herz auf. Und - das muss man den Entwicklern wirklich lassen - die Fahrzeuge mit dem Cavallino rampante sind alle mit Liebe zum Detail ins Spiel integriert. Da stimmt sowohl die Optik von der Karosserie bis zum Cockpit, als auch der tolle Motorensound.Wohl aus Ferrari-Imagegründen bleiben alle unkaputtbar und so kann man die formschönen Fahrzeuge auch in den speicherbaren Wiederholungen maximal mit Lackkratzern bewundern. Ein Meilenstein in Sachen Konsolengrafik ist der Titel nicht. Dennoch schieben wir auftretende Flimmerkanten oder unschöne Pop-ups einfach mal auf die betagte Konsolenhardware. Nett: Historische Rennen startet man meist mit einem Sepia-Filter, der nach dem Start langsam wieder Platz für das übliche Farbbild macht. Gefallen kann auch die Streckenauswahl mit ihren edlen Jahrgängen. So düst man etwa über den noch nahezu jungfräulich anmutenden, weil schickanenfreien Monza-Kurs aus dem Jahre 1958 oder lässt es auf den Waldpassagen des 1982er Hockenheimrings so richtig krachen. Auch Silverstone 1952 oder Rouen 1956 sind keine Kurse, die heutzutage oft versoftet werden. Nur die Harten kommen ans ZielMit der Goldenen Ära (1947-1974), der Silbernen Ära (1975-1990) bis hin zur modernen Ära (1991-2011) stehen im Grunde gleich drei Karrieren zu Verfügung, die man unabhängig voneinander beginnen kann. Einfache Texttafeln im Langeweile-Menü müssen für die Missionsbeschreibungen reichen.Wer sich angesichts der zig nacheinander freizuschaltenden Missionen auf abwechslungsreiche Aufgaben als Ferrari-Test- und Rennfahrer freut, wird wohl oder übel bereits nach einigen Fahrten enttäuscht. Zu oft wiederholen sich Aufgaben wie „Verfolge Fahrer X“, „Überhole alle Wagen“ oder „Fahre einen neuen Rundenrekord“. Die ersten grauen Haare bekommt man dann auf der Piste. Der Schwierigkeitsgrad ist trotz drei Stufen sowas von unausgewogen, da werden selbst geduldigste Profis entnervt das Pad an die Wand hauen. Und das sicher gleich zweimal, denn die Fahrphysik ist so absolut unnatürlich auf driften ausgelegt, dass kaum Fahrspaß aufkommen will. Bei der Blutsverwandtschaft Shift 2 haben Veränderungen der Fahrzeugeinstellungen geholfen, aber auf diese Möglichkeit haben die Entwickler gleich mal ganz verzichtet. Gleiches gilt für eine Rückspulfunktion, die das Ganze eventuell etwas entschärft hätte. Weniger ist nicht immer mehr!Der Missmut samt grauem Haarwachstum wird noch durch nicht einzeln abschaltbare Fahrhilfen genährt. Mein Gott, sowas hatte schon mein erstes Rennspiel Formula One GP aus dem Jahre 1991! Vielmehr darf man nur aus drei festen Vorgaben wählen. Wer will schon Leicht mit einer automatischen Bremse? Dann eben Mittel! Aber hier mag ich das ABS nicht. Also doch Schwer, aber dann sind gleich alle Fahrhilfen aus? Boxenstopps, Reifenverschleiß, Benzinverbrauch? Ebenfalls alles Fehlanzeige! Abwertend auch das inkonsequente Strafensystem beim Abkürzen, nur Fahrten auf trockenem Asphalt oder die Rambo-KI. Dabei knallen sich die KI-Fahrer selbst untereinander in die Karren, dass es zum Teil zu ganz lustigen Unfällen kommt. Doch Crashhaltungsnoten - liebe Entwickler – sind nun mal kein Wertungskriterium bei einer Möchtegern-Simulation. Außerdem fehlt noch ein Splitscreen-Modus, der biedere Online-Multiplayer ist mager besucht und für die Schnellen und Zeitrennen muss man sich den Großteil der Fahrzeuge und Strecken erst mühsam freifahren. Doch wer will das bei dem Spiel schon? |
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Test Drive Ferrari Racing Legends

Renn-Simulation
von Bigben Interactive, Atari
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
von Bigben Interactive, Atari
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
| PS3 | Juli 2012 | |
| 360 | Juli 2012 |
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